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Die Videokonferenz

Homeoffice und kein Ende des Lockdown in Sicht. Die Einsamkeit im Homeoffice wird gelegentlich durch eine Videokonferenz abgelöst. Aber was wie eine Erlösung klingt, ist leider oft ein Fluch der Technik. Oder ist es ein Fluch der Pandemie, denn fast überall läuft seit Monaten nichts planmäßig?

Eine Videokonferenzs ist die Gelegenheit wieder einmal die Kolleg*innen zu sehen und gesehen zu werden. Frau fühlt sich dabei beobachtet und kann nicht widerstehen trotz Homeoffice wieder einmal etwas Makeup aufzutragen und die Haare zu stylen. Dabei fällt auf, dass der Haaransatz schon wieder ein Stück weiter heraus gewachsen ist. Aber es hilft nichts, die Politik zeigt kein Mitleid. Frau muss zu ihrer verwilderten Frisur stehen.

Zehn Minuten vor der Videokonferenz wird der Laptop hochgefahren und auf dem Schreibtisch positioniert. Auch das Licht muss optimal sein, denn sonst wäre alle Arbeit für Makeup und Haarstyling für die Katz gewesen. Der Lohn sind Komplimente von Konferenzteilnehmern, wie dass ich „die am besten beleuchtete Teilnehmerin“ gewesen sei. So etwas freut Frau dann. Ja, dann noch die Frage der Kleidung. Anders wie bei einer Präsenz-Besprechung spielt sie während einer Videokonferenz keine wirkliche Rolle. Es sei denn, man setzt sich etwas entfernter vor die Kamera, so dass der Oberkörper mit ins Bild kommt.

Jetzt wird es spannend. Welches Tool wurde für die heutige Konferenz gewählt? Reicht der Internet Browser oder ist wieder einmal die x-te App zu installieren? Nach dem Klick auf den Link in der Einladungs-Email öffnet sich vielleicht im Internet Browser ein Fenster. Dann ist der Name und das Konferenz-Passwort einzugeben.

Häufig passiert aber absolut gar nichts. Also keine Reaktion auf weitere Mausklicks oder zum Beispiel die Meldung , dass ich mich nicht mit einem Geschäftskonto anmelden kann. Wieso Geschäftskonto? Es ist eine dienstliche Besprechung und kein Privatvergnügen! Schlimmer noch, die Meldung beweißt, wie wir ausspioniert werden.

Ich wiederhole den Anmeldeversuch. Das gleiche Ergebnis. Ich versuche es in voller Verzweifelung mit einem privaten Konio. Ich soll die Email-Adresse mit einer Pin verifizieren. Aber ich finde keine Möglichkeit die Pin einzugeben. Die Software könnte von Politikern entwickelt worden sein …

Ein Blick auf die Uhr. Die Konferenz beginnt jeden Moment. Verzweifelt versuche ich die Option über eine App teilzunehmen, die aber erst installiert werden muss. Nach weiteren langen Minuten die Erfahrung, dass sich die App nicht installieren lässt. Es wird ein ewig langer Installations-Log gezeigt, aber darin ist nicht der Grund des Problems zu erkennen. Es kann aber auch passieren, dass der Rechner neu gestartet werden muss. Wenn es „Kleinweich“ will, dann ist ausgerechnet jetzt ein Windows Update nicht zu hindern. Das kann dauern …

Mit viel Glück gibt es die Option, alternativ per Telefon teilzunehmen. Eine ewig lange Telefonnummer und ein Meeting Kode sind einzugeben. Als Folge des immer größerer werdenden Stress vertippt man sich prompt und muss wieder von vorne beginnen. Dann ist es eine Qual, sich ewig lange das Telefon ans Ohr zu klemmen. Die Lust auf die Teilnahme schwindet …

Warum kam man sich nicht endlich auf einen Videokonferenz-Standard einigen? Ganz offensichtlich steckt dahinter die gleiche Unfähigkeit, die uns noch immer im Lockdown einsperrt.

Wenn jedoch die Anmeldung zur Videokonferenz geklappt hat, dann hat Frau die letzte Gelegenheit noch einmal die Kamera und die Akustik zu testen. Keine Gnade für die Frisur beim Aufsetzen des Headset. Das Mikrofon ausrichten und eine Sprechprobe. Okay, der Computer hört mich und ich sehe mich auf dem Bildschirm.

Jetzt nur noch der Klick auf „dem Meeting beitreten“. Schon sieht Frau, wer alle bereits im virtuellen Konferenzraum wartet. Erwartungsvolle Augen blicken mich aus vielen kleinen Fensterchen an. Ich begrüße sie, doch sie geben mir Zeichen , dass sie mich nicht hören. Wann lerne ich es endlich, die Stummschaltung des Mikrofons zu deaktivieren, bevor ich sprechen will?

Nach und nach füllt sich der virtuelle Konferenzraum. Es ist beruhigend zu sehen, dass auch die anderen Teilnehmer*innen massive Probleme mit der Technik haben. Die Konferenz wird eröffnet. Nach den einleitenden Worten der Konferenzleiterin dürfen sich alle Teilnehmer*innen kurz vorstellen. Zu blöd , ausgerechnet ich darf den Anfang machen: „Ich bin die Claudia und …“.

Die Diskussion nimmt ihren Lauf. Einiges ist wieder einmal nicht zu verstehen, weil der Ton ständig aussetzt, oder nur schlimme Störgeräusche zu hören sind. Offensichtlich sind viele Videokonferenz-Neulinge dabei, die kein Headset benutzen oder ihr Mikrofon nicht stumm schalten können. Ein tolles Konzert aus grausamen Echos, Kindergeschrei, Hundegebell, Toilettenspülung und klappernden Geschirr ist zu hören. Das blöde Konferenz-Tool bietet der Konferenzleiterin offensichtlich keine Möglichkeit. diese Leute stumm zu schalten.

Einige Konferenzteilnehmer hören sich offensichtlich selber gerne reden, sie quatschen endlos und überlassen niemand anders das Wort. Egal, ob es zum Thema der Besprechung passt oder nicht. Warum nur greift die Konferenzleiterin nicht ein? Warum wird mein Handzeichen für die Wortmeldung ignoriert? Ich bin offensichtlich die einzige, die versucht. sich an die Videokonferenz-Regeln zu halten.

Ich verliere mehr und mehr die Lust an der Teilnahme. Warum nur tue ich mir das an? Mir wird langweilig. Ich beobachte die anderen Teilnehmer*innen. Einige fühlen sich unbeobachtet und beschäftigen sich gelangweilt mit anderen Dingen. Hier wird der Schreibtisch aufgeräumt und dort mit dem Hund gespielt. Ich schalte die Kamera aus und hole mir aus der Küche etwas zum Trinken. Daran hätte ich eigentlich vor der Konferenz denken können, aber es schadet nicht, sich zwischendurch die Beine zu vertreten.

Wieder zurück sehe ich auf dem Bildschirm, dass endlich jemand anders das Wort ergriffen hat. Ich setze das Headset auf und aktive meine Kamera. Dumm gelaufen. Ausgerechnet während meiner Abwesenheit wurde abgestimmt und ich konnte mich nicht beteiligen.

Die geplante Konferenzdauer wurde inzwischen hoffnungslos überschritten, als die Konferenzleiterin endlich das Ende ankündigt. Doch dabei begeht sie den Fehler, indem sie in die Runde frägt, ob noch jemand etwas sagen möchte? Wieder droht die Diskussion aufzuflammen. Die Ersten melden sich von der Videokonferenz ab. Ich winke den verbleibenden zu und klicke ebenfalls auf „das Meeting verlassen“.

Claudias Transgender Quiz

Teste mit diesem Quiz dein Wissen über Transgender und helfe so vorhandene Vorurteile abzubauen.

Angemelde Teilnehmer erhalten am Ende des Quiz eine E-Mail mit den Ergebnissen.


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Wie ein Dirndl ins Fernsehen kam

Dirndl faszinieren mich schon lange. Und ich träume davon so ein Dirndl zu besitzen. Doch da wo ich zu Hause bin, ist ein Dirndl nicht unbedingt ein normales Kleidungsstück. Bei meinen Reisen in die alpenländische Region sah ich immer wieder Frauen, welche stolz in ihrem Dirndl unterwegs waren.

Dann vor etwa 5 Jahren, ich verbrachte meinen Urlaub in einer österreichischen Stadt. Beim Flanieren blieb ich vor einem Trachtengeschäft am Schaufenster hängen. Wie magisch zog es mich in diesen Laden. Ich wollte mich nur umsehen, als ich von einer Verkäuferin angesprochen wurde. Von einem Dirndl hatte ich keine Ahnung. Das Kleid, die Schürze und die passende Bluse. Benötige ich einen Unterrock?

Wie in Trance probiere ich mein erstes Dirndl an. Ich war in einer anderen Welt. Der Preis spielte keine Rolle mehr. Die Verkäuferin bat ich noch ein Foto von mir in dem Dirndl zu machen. Mit meinem ersten eigenen Dirndl verließ ich das Geschäft. Würde ich es jemals tragen können?

Einige Jahre später. Ich lernte Claudia eine Freundin aus Bayern kennen. Und es ergab sich, dass ich während meines Besuches bei meiner Freundin Claudia mein Dirndl ausführen konnte. Gemeinsam besuchten wir das Oktoberfest. Wir fotografieren uns dabei auch gegenseitig. So wurde ein Fernsehteam auf uns aufmerksam. Ich glaube nicht nur ich, sondern auch mein Dirndl, erstrahlten vor Glück. Am liebsten wäre ich abends in dem Dirndl schlafen gegangen.

Claudias Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 sollte man eigentlich schnell vergessen, doch warum sollte man nicht die (wenigen guten) Ereignisse in Erinnerung behalten?

Ich wünsche meinen Leser*innen viel Freude und vor allem ein gutes 2021!

Das Jahr 2020 begann für mich relativ optimistisch. Mein verlängerter Arbeitsvertrag würde noch bis zum Jahresende laufen. ich würde deshalb viele Gelegenheiten zu Dienstreisen haben und somit viel unter Menschen sein, aber es sollte anders kommen.

Für Anfang März war meine erste größere Dienstreise geplant. Auch war wieder einmal ein Ball in Dresden angesagt, zu dem ich mich mit meinen lieben Freundinnen treffen wollte.

Das Thema des Balls lautete ‚Verrückte Märchenwelt‚. Was lag näher, dazu als Prinzessin aufzutreten.

Das Bild zeigt mich am 1. März im Garten meiner lieben Nachbarin. Das Kleid konnte ich dann doch nicht während des Balls tragen, weil kurz zuvor der Reißverschluss zerriss. (Die Geschichte dieses verrückten Kleides erzähle ich in meinem Buch, mehr dazu später.)

Die Prinzessin

Anfang März war es so weit, der lang herbei gesehnte Ball fand statt. Es war zuvor spannend gewesen, denn es kündigte sich bereits der erste Lockdown an. Die Züge, das Hotel und die Kaufhäuser waren bereits gespenstisch leer. Das Bild zeigt mich mit meinen Freundinnen im Ballsaal. Wir hatten Glück, die Viren waren noch weit weg, so dass alle gesund blieben.

wir warten auf die Eröffnung des Buffet

Nach dem Ball konnte ich noch genau zweimal zur Arbeit ins Büro. Dann war nur noch Homeoffice angesagt.

Weil es in der Firma bereits vor der Pandemie kriselte, hatte man mir im Februar angeboten, mein Arbeitsvertrag vorzeitig aufzulösen. Was sich dann für mich als Glück im Unglück erwies, denn aufgrund des Lockdowns war ich effektiv ohne Arbeit, da keine Dienstreisen und Präsenz-Besprechungen mehr möglich waren. Alle Kolleg*innen waren in Kurzarbeit, aber ich konnte die arbeitslose Zeit bei vollem Gehalt absitzen.

Endlich Frühling! Im Garten wurde es grün und ich konnte den Lockdown-bedingten Eingesperrt-sein ins Freie entfliehen. Das Bild zeigt mich Ostern beim Ostereiersuchen. Keine Frage, wie wohl ich mich dabei fühlte.

Jetzt hatte ich auch viel Zeit um den Gartenzaum zu erneuern. Ein schlechter Witz war dabei, dass frau sich fehlende Schrauben im Internet kaufen muuste.

Endlich Frühling

Mitte April: Wegen des Lockdowns konnte ich wochenlang nicht mehr in die Sauna und zum Schwimmen.

Dann erwies es sich als super Idee, als meine lieben Nachbarn damit begannen in ihrem Garten, neben meiner Terrasse, einen Swimmingpool aufzubauen. Ich durfte den Swimmingpool jederzeit mitbenutzen. Danke!

der Pool im Garten – unglaublich, bereits im April im Freien baden zu können

Ich hatte wegen meiner Lockdown-bedingten „Arbeitslosigkeit“ viel Zeit, so dass mir die Idee kam, ein Buch zu schreiben. Ich hatte mir während der letzten Jahre mühsam viel Wissen über Transidentität und geschlechtsangleichende Maßnahmen angesammelt, warum sollte ich es nicht weitergeben? Ein „richtiges Buch“ zu schreiben, das war eine tolle Herausforderung für mich (mehr dazu weiter unten).

Mitte Juni war der letzte Arbeitstag in meinem alten Beruf gekommen. Zu meiner Überraschung wurde seitens der Firma eine Abschiedsfeier organisiert. Der erste Lockdown war beendet, so dass ich mir im Friseursalon endlich wieder die Haare machen lassen konnte. Auch ein neues Dirndl musste für die Abschiedsfeier her. Für mich war es die Gelegenheit, mich ein letztes Mal in der Firma als glückliche Transfrau zu zeigen. Ich erhielt für meinem „Auftritt“ so viele Komplimente, dass die befürchteten Abschiedstränen ausblieben.

mein „großer Auftritt“ während der Abschiedsfeier

Auch wenn ich jetzt nicht mehr in meinem alten Beruf arbeitete, so war aufgrund meiner Ehremämter die Arbeit im Homeoffice noch lange nicht obsolete. Im Sommer kann sich frau dabei schon einmal etwas ‚cooler‘ kleiden.

Ärgerlich für mich war, dass alle im Vorjahr noch neu gekauften Business-Klamotten (wie Kostüme und Hosenanzüge) sich als eine Fehlinvestition erwiesen.

im Homeoffice

Aber auch außerhalb des Homeoffice warteten interessante Aufgaben, wie als Trainerin für Fahrsicherheifstrainings für Radfahrernde auf mich.

Aufregend war dann die Aufzeichnung eines Radiointerviews, welches dann einige Tage später im Deutschlandfunk gesendet wurde.

Endlich war Sommer und Gelegenheit für viele gemeinschaftliche Radtouren mit meinen Freund*innen vom Radelclub. Im Frühjahr mussten Pandemie-bedingt alle Radtouren abgesagt werden.

Der Sommer 2020 hatte aber auch etwas Gutes: In keinem Jahr zuvor habe ich so oft in Seen baden können. Allerdings meistens nur unter der Woche, weil an den Wochenenden kein Fleckchen Grün an den Seen mehr frei war.

Hier ein Bild, das während einer 100 km langen und anstrengenden Radtour Ende Juni entstand.

Meistens bin ich bei derartigen Radtouren die Fotografin, aber hier habe ich meine Kamera einmal aus der Hand gegeben. 

Pause während einer Radtour in der Jachenau

Im Juli wurde mein Buchprojekt immer konkreter, so dass meine Tochter Laura so lieb war, dafür ein Cover-Bild zu entwerfen (mehr dazu weiter unten).

Anfang August war dann die Gelegenheit für die schönste Radtour des Jahres. Wir fuhren innerhalb von vier Tagen bis hoch bis zur Wolfratshauser Hütte und wieder zurück. Auf dem Bild ist meine Unmenge an Gepäck nicht zu übersehen, denn frau kann auch auf Reisen auf nichts verzichten. Völlig ungewohnt war für mich das Übernachten in einer Berghütte im Schlafsack.

Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, denn am letzten Tag konnte der Bikini aus den Packtaschen geholt werden. Weil wir unterwegs keine geöffnete Gaststätte fanden, „feierten“ wir den Abschluss dieser wunderschönen Radtour auf meiner Terrasse.

4 Tage lang auf einer Radtour

Ab Mitte August war ich an einem Projekt zur Ausschilderung eines neuen touristischen Radweges in Oberfranken beteiligt. Diese Dienstreise mit dem Fahrrad hätte auch eine schöne Urlaubstour sein können. Doch es waren nur sehr wenige Unterkünfte und Restaurants geöffnet, so dass dies zu Stress führte. Wir mussten zum Beispiel an einem Abend für unserer Abendessen etwa 10 km weit mit unseren Fahrrädern fahren, oder ein anderes Mal einen Pizza-Service beauftragen.

Bei der Arbeit in Oberfranken

Ende August besuchte mich meine Freundin Jessica. Wir wanderten zum Starnberger See, wobei uns auf dem Forstwegen tausende von Mücken überfielen. An Baden war wegen des starken Windes nicht zu denken.

Ein paar Tage später klappte es dann besser. Wir hatten viel Spaß beim Baden. Dabei tauchte mein Handy auf den Gruund des Sees ab. Ich hatte es leichtsinnigerweise auf meine Badeschlappen (links im Bild zu sehen) gelegt. So schnell habe mich noch nie zum Tauchen entschlossen.

Viel Spaß im Starnberger See
(mehr dazu auf meiner Facebook Seite )

Mitte September war Redaktionsschluss für mein Buch. Zwei Wochen lang musste ich „kämpfen“, bis es endlich den Anforderungen des Verlags entsprach. Mitte Oktober hatte ich dann endlich mein Ziel erreicht! Mein Buch war veröffentlicht und ich erhielt viel Anerkennung.

Langweilig wurde es mir trotzdem nicht, denn ich hatte im Homeoffice viel Arbeit für das Radwegeprojekt in Oberfranken.

Das Cover meines Buches, das Originalfoto entstand bereits vor zwei Jahren, damals war ich noch ganz am Anfang meines Weges

Anfang Oktober war ich richtig erschrocken, wie sehr meine körperliche Fitness nachgelassen hatte. Die Ursache war ganz offensichtlich meine durch die Homeoffice bedingte „Faulheit“, aber vermutlich auch meine Hormontherapie.

Jeden Tag, wenn es das Wetter erlaubte, unternahm ich eine zwei Stunden lange Radtour. Zusätzlich einmal pro Woche Sauna und Schwimmen. Letzteres war dann wegen des erneuten Lockdowns nicht mehr möglich.

Herbstliche Radtour

Im November wurde wieder einmal eine Tumor-Nachuntersuchung durchgeführt. Alles war bestens. Es war eine der wenigen guten Nachrichten für mich in der blöden Pandemie Zeit.

Seit dem 1. Dezember bin ich im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) aktiv. Ich hatte mich voller Optimismus bereits im Sommer dazu entschieden, um so viel unter Menschen zu sein und mein Wissen und meine Erfahrung weitergeben zu können. Doch jetzt sitze ich aufgrund des Lockdowns weiterhin im Homeoffice. Schlimmer kann es wohl nicht mehr kommen …

Irgendwann wurde es mir zu nasskalt für das Radfahren. Um in der Lockdown bedingten Einsamkeit nicht „verrückt“ zu werden unternahn ich im Dezember fast täglich einen Spaziergang. Oft gemeingemeinsam mit meinen lieben Nachbarn.

Das Bild drückt so richtig meine Stimmung zu Weihnachten aus. Sogar beim Spazierengehen war ich an diesem Tag einsam. Eine verrückte Zeit …

Spaziergang am 2. Weihnachtstag

Um in keine schlimme Depression zu verfallen, hilft oft die Ablenkung durch Arbeit oder Hobbies. Dazu kam ich auf die Idee diese Website zu erstellen.

Pickert Party

Nichts war 2020 normal. Normal wäre es gewesen meine Mutter zu besuchen. Der Besuch in meiner alten Heimat war bisher stets damit verbunden eine heimatliche Spezialität zu genießen.

Auch wenn der Besuch meiner Mutter zu Weihnachten ausfallen musste, dann sollten wenigstens die heimatlichen Gefühle nicht fehlen. Also wagte ich mich – nach einer ausführlichen telefonischen Beratung durch meine Mutter – daran, mein Leibgericht „Pickert“ selber zu backen. Ich muss gestehen, dass ich keine große Köchin bin und deswegen recht viel Mut benötigte, denn ich wollte meine dazu geladenen Gäste nicht enttäuschen. Aber es hatte sich gelohnt.

Viele meiner Leser*innen werden erst einmal nicht wissen, was „Pickert“ ist. Es ist ein Pfannengericht, bestehend aus jeweils einem Pfund Mehl und geriebenen Kartoffeln, fünf Eiern, Hefe mit etwas Zucker und Salz, sowie wahlweise Rosinen. Alles wird zu einem Teig verrührt und dann bei etwas Wärme etwa eine Stunde lang der Wirkung der Hefebakterien überlassen.

Gebacken wird der „Pickert“ heute in der Pfanne bei mittlerer Hitze mit etwas Öl. In alten Zeiten dagegen direkt auf der Herdplatte, die vorher mit einer Speckschwarte eingeriebenen wurde. Der Teig ist extrem klebrig, was dem „Pickert“ auch seinen Namen gab: „Pickert“ kommt von „pecken“, was im Hochdeutschen so viel wie kleben bedeutet. „Pickert“ schmeckt am besten warm aus der Pfanne. Traditionell wird er vor dem Verzehr mit Rübensirup bestrichen.

Eine „Pickert Party“ ist in meiner Familie so etwas wie Familientradition. Auch meine Kinder lassen es sich nicht entgehen. Das Rezept stammt noch von meiner Großmutter. Man findet das Rezept aber auch unter „Lippischer Pickert“.

Eine leckere, stark sättigende Speise. Mmmmhhhh …

Der Traum

Der Installationsversuch von WordPress (womit ich das hier gerade schreibe) nahm kein Ende, es war bereits lange nach Mitternacht, als ich mich endlich schlafen legte. Mit dem Ärger über die verlorene Zeit schlief ich ein. Mein Bewusstsein meldete sich erst nach dem Aufwachen aus einem Traum wieder.
Ich hatte geträunt, dass ich auf irgend einer Reise war. Ich befand mich in einem Bett, es gab hier viele Betten, aber es war kein Hotel und auch kein Krankenhaus. Es ging mir richtig gut, denn alles drehte sich nur um mich. Ich wurde auch mit tollem Essen verwöhnt. Dann erfuhr ich, warum man mir so viel Aufmerksamkeit schenkte: ich war auserwählt, um „die Impfung“ zu erhalten.
In dem Augenblick wachte ich aus meinem Traum auf. Ein Traum, der mich sehr nachdenklich stimmte. Die Reise und die Impfung, die Hoffnug auf normale Zeiten …